GWF Wasser Abwasser
Zur Jahrespressekonferenz luden die Berliner Wasserbetriebe am 28. April in ihr größtes Abwasserpumpwerk in Wilmersdorf

Berlin wächst – und braucht mehr Wasser

Die Berliner Wasserbetriebe (BWB) sind zufrieden mit ihrer Bilanz 2016: Sie melden gestiegene Absatzmengen bei hohen Investitionen und einen Gewinn von rund 92 Millionen Euro.

Trotz stabiler Preise konnte der Wasserversorger damit rund drei Millionen Euro mehr Gewinn ans Land Berlin auszahlen. Insgesamt wurden 210,0 Mio. m³ Trinkwasser verkauft (+ 6,7 Mio. m³) und 222,4 Mio. m³ Abwasser gereinigt (+ 8,8 Mio. m³). Die Steigerungen gehen fast ausschließlich auf das Wachstum in der Hauptstadt zurück, in der das Unternehmen 98 Prozent seines Trinkwassers absetzt und aus der 88,3 Prozent des Abwassers stammen. Damit liegt der Wasserverkauf nach mehreren Jahren der Stagnation wieder auf dem Niveau von 2003. Der Umsatz stieg um 104,1 Mio. auf 1.153,9 Mio. Euro.

Startschuss zur vierten Reinigungsstufe

2016 wurden 137,1 Kilometer Rohre und Kanäle verlegt, saniert oder renoviert, überwiegend stadtverträglich mit grabenlosen Techniken. Insgesamt investierten die Berliner Wasserbetriebe 240,9 Mio. Euro in die Netze und Anlagen nach 253,5 Mio. Euro im Jahr 2015. Günstigere Baukosten, aber auch ausstehende Genehmigungen beeinflussten dieses Ergebnis. „In den kommenden Jahren werden wir rund zwei Milliarden Euro in unsere Infrastruktur investieren“, erklärt Vorstandsvorsitzender Jörg Simon. „Das schaffen wir bei weiter stabilen Tarifen.“ Mit einem ersten Spatenstich wurde Anfang April die Erweiterung des Klärwerks Waßmannsdorf um mehr Kapazität sowie um eine zusätzliche Reinigungsstufe begonnen. Es ist mit einem Umfang von 275 Mio. Euro die größte Einzelinvestition der Berliner Wasserbetriebe und zugleich der Auftakt für die Nachrüstung aller Berliner Klärwerke mit einer vierten Reinigungsstufe.

Einer der größten Arbeitgeber

Mit 4.355 Beschäftigten und einem Auftragsvolumen von 373 Mio. Euro sind die Berliner Wasserbetriebe unverändert einer der größten Arbeit- und Auftraggeber der Region. Um dies auch künftig angesichts vieler altersbedingt Ausscheidender und wachsender Investitionen sichern zu können, sucht das Unternehmen stärker denn je nach Azubis und Fachkräften. In den kommenden Jahren sind Hunderte Neueinstellungen geplant. Davon sollen zwei Drittel selbst ausgebildet werden. Mit 256 (Vorjahr: 241) Jugendlichen, die einen von 21 Berufen erlernen, und einer Ausbildungsquote von 6,5 Prozent markieren die Wasserbetriebe nicht nur in ihrer Branche das Spitzenfeld. 

Den Geschäftsbericht 2016 gibt es hier zum Download.

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