GWF Wasser Abwasser
Im Rohbau fertig: Die beiden neuen Umlaufschlaufenbecken fassen je 16.000 Kubikmeter Abwasser

Richtfest in Dresden

Die Erweiterung der Kläranlage Dresden-Kaditz schreitet voran: Auf den neuen Becken der biologischen Abwasserreinigung konnte die Stadtentwässerung Dresden jetzt Richtfest feiern.

Damit wurde ein wichtiger Bauabschnitt pünktlich fertiggestellt. Die beiden sogenannten Umlaufschlaufenbecken haben eine Wassertiefe von 7,5 Metern und fassen je 16.000 Kubikmeter Abwasser. Ebenfalls in Beton gegossen sind die zwei dazu gehörigen Umlaufverteiler mit einem Volumen von je 8.000 Kubikmetern. Gegenwärtig wird mit Grundwasser geprüft, ob die Becken dicht sind, ab Frühjahr 2017 soll Abwasser darin fließen. 

1.100 Belüfter-Teller

Bis Ende dieses Jahres wird die Elektro- und Maschinenausrüstung installiert. Darunter Rührwerke, die den Abwasserstrom in Bewegung halten. Außerdem erhalten die beiden Umlaufschlaufenbecken jeweils 1.100 Belüfter-Teller aus einer Gummimembran. Durch die kleinen Löcher der Gummi-Scheiben wird Luft eingeblasen, um den Stoffwechsel der Mikroorganismen anzuregen, die das Abwasser reinigen. In den kommenden Monaten werden die bisher genutzten Altbecken von 1991 abgerissen, mit dem Bau des zweiten Abschnittes des Umlaufverteilers begonnen und zahlreiche Leitungen verlegt. Inklusive Landschafts- und Straßenbau dauern die Bauarbeiten noch bis Mitte 2018.

Dresden wächst

Johannes Pohl, Technischer Geschäftsführer der SEDD: „Dresden wächst und gedeiht. Das kann man sogar am Abwasser ablesen. Seit der Inbetriebnahme der neuen biologischen Abwasserbehandlung im Jahr 2005 sind die Schmutzfrachten kontinuierlich gestiegen – Ausdruck für eine positive Einwohner- und Gewerbeentwicklung.“ Die Stadtentwässerung Dresden trägt der Situation Rechnung und startet die Erweiterung der Belebungsanlage. Bis zum Jahr 2018 werden insgesamt 23 Millionen Euro investiert, um wie geplant das derzeitige Provisorium zur Stickstoffelemination in eine dauerhafte zukunftsfähige Lösung zu überführen.

AZV Wilde Sau plant Überleitung

Auch bringen Kooperationen mit den Nachbarkommunen Zuwachs. Das Umland lässt immer häufiger das Abwasser in Dresdens zentraler Kläranlage reinigen − gute Beispiele für sinnvolle kommunale Zusammenarbeit. So leiten Heidenau und Pirna seit 2006 ihr Abwasser nach Dresden und verzichteten auf die teure Sanierung der eigenen Kläranlage. Der Abwasserzweckverband (AZV) Wilde Sau plant ebenfalls eine Überleitung nach Dresden ab 2018. Das Abwasser der Gemeinden Wilsdruff, Ortsteile von Freital, Tharandt und Klipphausen soll künftig entlang der Autobahn A4 in die Großkläranlage Dresden-Kaditz gepumpt werden.

Die neuen Becken in Zahlen:

  • 48.000 m³ Gesamtvolumen
  • 2 belüftbare Belebungsbecken à 16.000 m³
  • 2 Umlaufverteiler à 8.000 m³
  • Grundfläche Belebungsbecken je ca. 69 x 31 Meter
  • Grundfläche Umlaufverteiler je ca. 170 x 8 Meter
  • ca. 70.000 m³ Bodenaushub
  • ca. 10.500 m³ Beton
  • ca. 3.500 t Bewehrungsstahl 
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