GWF Wasser Abwasser
Schachtanlage Franz Haniel 1/2, Bild: on Goseteufel, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=26571601

Bottroper Zeche als Pumpspeicherwerk für bis zu 200 MW geeignet

Oberirdisch scheinen Pumpspeicherwerke in Deutschland derzeit kaum realisierbar. Unterirdisch könnte die Sache anders aussehen. Experten sehen in dem noch aktiven Steinkohlebergwerk Prosper-Haniel in Bottrop gute Möglichkeiten der Umwidmung zu einem Pumpspeicherwerk.

Dass dies grundsätzlich möglich ist, zeigt die aktuelle Untersuchung der Zeche Prosper-Haniel in Bottrop durch die Universitätsallianz Ruhr (UA Ruhr). Ende August haben die Wissenschaftler die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie vorgestellt, in der untersucht wird, ob sich dort ein unterirdisches Pumpspeichkraftwerk bauen lässt.

Bereits stillgelegte Zechen sind laut den Forschern nicht geeignet, da deren Zustand nicht exakt bekannt ist - ein Risiko. Anders bei der Zeche Prosper-Haniel. Diese ist noch bis Ende 2018 voll in Betrieb, und auch die technischen Voraussetzungen, wie beispielsweise die Fallhöhen zwischen den Sohlen, stimmen.

„Prosper-Haniel ist geologisch und von der Infrastruktur her geeignet, um hier ein unterirdisches Pumpspeicherkraftwerk als geschlossenes System umzusetzen”, so Professor André Niemann von der Universität Duisburg-Essen. Der Experte für Wasserbau und Wasserwirtschaft leitet das Projekt. Das Speichervolumen der Zeche beziffern die Forscher auf 600 000 Kubikmeter. Hieraus errechnet sich bei voller Ladung über vier Stunden eine Leistung von 200 Megawatt, ausreichend für die Versorgung von 450 000 Haushalten. Rechtlich sehen die Forscher keine Bedenken.

Anders sieht es wirtschaftlich aus. Denn unter den aktuellen Rahmenbedingungen wäre kein wirtschaftlicher Betrieb möglich. Zwar sind die Kosten einer untertägigen Anlage mit 600 bis 2400 Euro pro Kilowatt vergleichbar mit denen einer oberirdischen. Allerdings seien die regulatorischen Bedingungen in Deutschland gerade sehr ungünstig, erklärt Prof. Dr. Hermann-Josef Wagner, Energie-Experte der Ruhr-Univesität Bochum. Für Stromspeicher etwa werde ein doppeltes Netzentgelt verlangt. So werde leider nicht wertgeschätzt, wie flexibel solche Kraftwerke auf die Stromnachfrage reagieren könnten. Hinter der seit 2012 laufenden Studie über die Wasserkraftnutzung der Zeche stehen rund 50 Wissenschaftler der Universitäten Duisburg-Essen und Bochum sowie der Unternehmen RAG und DMT Eine Zusammenfassung der Machbarkeitsstudie sowie ausführliche Berichte stehen im Internet.

Verwandte Themen
Jetzt auch in Köln: Neuer Wassertarif weiter
Gute Arbeit in der Wasserbranche weiter
BSI-Bericht: IT-Gefahr bleibt akut weiter
Wie innovativ ist die Wasserbranche? weiter
Dresden wieder mit Doppelspitze weiter
Goldener Kanaldeckel verliehen weiter

Bücher Neu erschienen

Abwasserentsorgung Cover

Abwasserentsorgung

Gestaltungsformen | Rechtsgrundlagen | rechtliche Besonderheiten
Susanne Rachel Wellmann

mehr
Bohrbrunnen Cover

Bohrbrunnen

Planung | Ausbau | Betrieb
Christoph Treskatis

mehr
Wasseraufbereitung - Grundlagen und Verfahren Cover

Wasseraufbereitung - Grundlagen und Verfahren

DVGW Lehr- und Handbuch Wasserversorgung Bd. 6
Martin Jekel/Christoph Czekalla

mehr