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Wie hältst du's mit der Digitalisierung? Ein Bewertungsmodell soll Antworten geben

Reifeprüfung für Wasser 4.0

Gretchenfrage Digitalisierung: Ein Forschungsprojekt des Mülheimer IWW Zentrum Wasser entwickelt ein Bewertungsmodell zum digitalen „Reifegrad“ von Wasserversorgern.

Die Digitalisierung der Wasserversorgung ist eines der großen Entwicklungsfelder, die getrieben werden von den enorm erweiterten Möglichkeiten der Datenerfassung, der Vernetzung dezentraler Informationen, deren automatisierter Analyse sowie Visualisierung sowie Simulation und Optimierung von Szenarien. Diese Themen bieten ein hohes Potenzial zur Weiterentwicklung der Wasserversorgung. Allein das Dokumentieren von Daten und das Einrichten zentraler IT-Plattformen werden dabei nicht ausreichen. Für die Umsetzung von Unternehmensstrategien müssen die betrieblichen Informationen in den technischen und kaufmännischen Systemen ganzheitlich analysiert und optimal verknüpft werden. Ziel ist die Optimierung der Geschäftsprozesse, Sicherstellung der hohen Versorgungsqualität, Verbesserung in der Betriebsführung und des Kundenservice.

Ansätze aus Industrie 4.0 werden genutzt

Vor diesem Hintergrund hat IWW im Oktober ein neues DVGW-Forschungsprojekt gestartet, in dem ein standardisiertes Bewertungsmodell für Wasserversorgungsunternehmen zum digitalen Reifegrad und den daraus abzuleitenden Handlungsoptionen erarbeitet werden soll. Dabei wird auf Ansätze bestehender Modelle aus Industrie 4.0 zurückgegriffen. Diese werden auf die Bedarfe der Wasserwirtschaft angepasst und weiterentwickelt. IWW wird die Untersuchungen unter dem Projekttitel „Reifegradmodell Wasserversorgung 4.0“ federführend bearbeiten und leiten. Partner sind das Forschungsinstitut für Rationalisierung (FIR) e. V. an der RWTH Aachen und die MOcons GmbH & Co. KG aus Mülheim an der Ruhr. Mit Hilfe des standardisierten Reifegradmodells soll ein Wasserversorgungsunternehmen systematisch seinen digitalen Entwicklungspfad analysieren und die folgenden strategischen Fragen beantworten können:

  • Wo stehen wir?
  • Welche digitalen Entwicklungsmöglichkeiten bestehen?
  • Wo wollen wir hin, und was ist für unser Unternehmen in seinem Kontext nutzbringend?

13 Versorger beteiligt

Im Projekt sind 13 Wasserversorger als Praxispartner beteiligt. Sie werden ihre Zielsetzungen, Perspektiven, Anforderungen und Herausforderungen zum Thema Digitalisierung einbringen. Konzeptionell wird auf bekannte Prozessstrukturen und den Zielsetzungen der Wasserversorgung aufgebaut. Die Ergebnisse sollen im Rahmen einer praktischen Erprobung unter Einbeziehung zahlreicher Wasserversorgungsunternehmen validiert werden. Darüber hinaus soll in dem Projekt ein Webtool zur Selbsteinschätzung entwickelt werden, mit dem die Wasserversorgungsunternehmen das Reifegradmodell konkret auf ihre jeweiligen Betriebsabläufe anwenden können. Ergebnisse des zum 1. Oktober 2017 gestarteten Vorhabens liegen bis Ende 2018 vor.

Vorn: Martin Offermann, Sebastian Schmitz, Matthias Blum, Roche Persinger, Andreas Hein; hinten: Mark Oelmann, Wolf Merkel, Christoph Chzichy (v. l. n. r.)
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