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Der große Sprung: Überall in Europa wagen zum Big-Jump-Day Menschen den Sprung in Flüsse und Seen

Big Jump: Der Sprung ins kalte Wasser

Am Sonntag, 9. Juli war „Big Jump“-Day – der europäische Flussbadetag. Quer durch Europa haben Bürger und Politiker springend und schwimmend Zeichen für den Gewässerschutz gesetzt.

Die Idee hinter der Aktion: Überall in Europa wird gleichzeitig gesprungen, gebadet, infomiert oder protestiert. Ganz Europa soll, so die Koordinatoren des European Rivers Network ERN, „seine wiedergewonnenen Flüsse zelebrieren“. Ziel ist es, auf die erzielten Fortschritte hin zu sauberen und lebendigen Gewässern aufmerksam zu machen. Seit 2005 fanden mehr als 2000 Aktionen in 34 Ländern mit über 100.000 Teilnehmern statt. Für 2018 und 2021 sind die nächsten europaweiten Großausgaben des Big Jump geplant, dazwischen gibt es – wie in diesem Jahr – Events im lokalen oder regionalen Rahmen.

Minister springt in die Peene

So zum Beispiel in Mecklenburg-Vorpommern, wo Umweltminister Till Backhaus in den „Amazonas des Nordens“ sprang – in die Peene im 300-Einwohner-Dorf Stolpe bei Anklam. „Die Verbesserung der Gewässergüte und der Lebensräume in und am Gewässer ist eine lohnende Investition in die Zukunft. Naturnahe Gewässer besitzen eine hohe Selbstreinigungskraft, bereichern die Artenvielfalt, verschönern das Landschaftsbild, dienen der Naherholung und dem Tourismus und können auch zum Hochwasserschutz beitragen“, so der Minister.

Till Backhaus

Lagebericht Abwasserbeseitigung

Erst kürzlich hatte das Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie (LUNG) die aktuelle Ausgabe des alle zwei Jahre erscheinenden Lageberichts über die kommunale Abwasserbeseitigung im Land vorgestellt. Zum Stichtag 31. Dezember 2016 existierten demnach im Land 586 kommunale Kläranlagen ab 50 Einwohnerwerte Ausbaugröße. Von 1991 bis 2015 stellten Mecklenburg-Vorpommern, der Bund und die EU insgesamt rund 900 Millionen Euro an Zuwendungen für Maßnahmen der öffentlichen Abwasserbeseitigung zur Verfügung. Das damit ausgelöste Gesamtinvestitionsvolumen wird auf circa 2,5 Milliarden Euro geschätzt.

2,5 Milliarden investiert

Folglich betonte Backhaus auch anlässlich des Big Jump: „Für jedermann sichtbar sind unsere Gewässer in den letzen drei Jahrzehnten sauberer geworden. Das hat im Wesentlichen damit zu tun, dass wir insgesamt 2,5 Milliarden Euro in die Abwasserreinigung investiert haben. Die Modernisierung der Kläranlagen hat die chemische Wasserqualität erheblich verbessert.“

Gemeinden sind wichtige Akteure

Mecklenburg-Vorpommern plant mehr als 1.500 Maßnahmen im Bereich der Strukturverbesserung, der Durchgängigkeit und der Gewässerunterhaltung. Damit möchte das Land auch den Vorgaben der Wasserrahmenrichtlinie gerecht werden. Diese fordert für alle europäischen Gewässer einen Zustand hoher Wasserqualität und Strukturvielfalt, der genug Lebensraum für Pflanzen und Tiere bietet. Den publikumswirksamen Termin in Stolpe nimmt der Minister auch zum Anlass, um seine neue Kommunikationsoffensive „MEIN WASSER MV“ vorzustellen. Mit ihr möchte das Land langfristig auf die Bedeutung des Gewässerschutzes und andere Themen der Wasserwirtschaft aufmerksam machen. Den Gemeinden kommt dabei eine ganz besondere Bedeutung zu. Sie sind für 85 % der WRRL-berichtspflichtigen Gewässer zuständig und damit ein wichtiger Akteur im Gewässerschutz. „Unsere Erfahrung zeigt jedoch, dass sich viele Kommunen dieser Aufgabe gar nicht bewusst sind. Das wollen wir ändern, indem wir informieren und ganz konkret Unterstützung anbieten“, betonte Backhaus. Gemeinden können für die Umsetzung der WRRL eine 90%-Förderung vom Land erhalten – sowohl für investive als auch konzeptionelle Maßnahmen.

Mehr Infos zum Big Jump hier.

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