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Längst nicht überall sieht die Lippe so aus wie hier

Längster NRW-Fluss wird renaturiert

Der längste Fluss Nordrhein-Westfalens, die Lippe, wird renaturiert. Umweltminister Johannes Remmel unterzeichnete jetzt eine entsprechende Vereinbarung mit dem Lippeverband.

Das NRW-Umweltministerium will dazu beitragen, dass die Gewässerstruktur der Lippe deutlich verbessert wird. Der längste Fluss Nordrhein-Westfalens soll in den kommenden Jahren wieder natürlicher und dort, wo es geht, auch wilder werden. Auf der Grundlage der Vereinbarung zwischen dem Land Nordrhein-Westfalen und dem Lippeverband, der bereits seit mehreren Jahrzehnten die Lippe unterhält, soll neben der Gewässerunterhaltung auch der notwendige Gewässerausbau vorgenommen werden. Nach aktueller Schätzung werden sich die Kosten für die Renaturierung der Lippe auf bis zu 300 Millionen Euro belaufen, die das Land NRW trägt.

„Bald der schönste Fluss des Landes“

„Ich freue mich sehr, dass wir heute einen weiteren Schritt machen können, um die früher stark industriell geprägte Lippe jetzt weitgehend zu renaturieren“, sagte Umweltminister Johannes Remmel. Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender des Lippeverbandes, fügte hinzu: „Auf den ersten Blick erscheint die Lippe bereits heute recht idyllisch und naturnah. Das Schicksal der Emscher als kanalisierter Betonlauf hat sie glücklicherweise nie ereilt. Nach wie vor verfügt sie über viele Kurven und Mäander – doch es könnten eben auch noch etwas mehr sein, auch im Sinne einer artenreichen Lebensvielfalt und eines verbesserten Hochwasserschutzes. Dort, wo die Lippe begradigt ist, wollen wir sie künftig wieder freier fließen lassen“, kündigte Paetzel an und ergänzte: „Mit der neuen Vereinbarung setzen wir die erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Land NRW fort. Die durch das Land gesicherte Finanzierung schafft für uns eine neue Arbeitsgrundlage und dem bald schönsten Fluss des Landes eine Perspektive für die Zukunft.“

Gewässer erster Ordnung

Die Lippe ist im rund 150 Kilometer langen Bereich zwischen ihrer Mündung in den Rhein bei Wesel und der Einmündung der Pader bei Lippborg ein sogenanntes Gewässer erster Ordnung. Für die Unterhaltung und den Ausbau dieses Teils der Lippe ist daher das Land NRW zuständig, die Aufgabe wurde jedoch an den Lippeverband übertragen. Trotz einer in den vergangenen Jahrzehnten deutlich verbesserten Wasserqualität sind weitere Verbesserungsmaßnahmen insbesondere bei der Gewässerstruktur erforderlich. Die engen Ufer der Lippe sollen natürlicher und so weit wie möglich entfesselt werden. Auen dürfen wieder unter Wasser stehen und an den Wehren werden Fischtreppen gebaut. Das natürliche Aussehen des Flusses wird wieder hergestellt, und dort, wo es möglich ist, wird die Entwicklung von Wildnis zugelassen.

Für Ökologie, Naherholung und Gewässerschutz

Die geplanten Maßnahmen dienen nicht nur der Verbesserung der Gewässerökologie, es werden auch zahlreiche neue Möglichkeiten zur Naherholung entstehen. Weil die Gewässerauen als natürliche Rückhalteflächen zusätzliche Wassermengen speichern können, wird gleichzeitig der Hochwasserschutz verbessert. Minister Remmel: „Die Lippe wird in Zukunft noch viel mehr als in der Vergangenheit auch für Naturerlebnis und Erholung und damit für die hohe Lebensqualität in NRW stehen.“ 

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