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Fast jeder Zweite macht sich Sorgen um die Zukunft der Trinkwasserressourcen

Umfrage: Sorge um Wasserressourcen

Immer mehr Menschen in Deutschland machen sich Sorgen ums Grundwasser: 46 Prozent befürchten, dass sich die Qualität der Trinkwasserressourcen verschlechtern könnte.

Das ist ein Ergebnis der Langzeitstudie „Qualität und Image von Trinkwasser in Deutschland“ – kurz TWIS (Trinkwasserimagestudie) – des Instituts für empirische Sozial- und Kommunikationsforschung (I.E.S.K). Die Studie ermittelt seit 2007 per Online-Dauerbefragung monatlich repräsentative Aussagen zur Preis- und Qualitätswahrnehmung und Nutzung von Trinkwasser in Deutschland.

Nitrat, Medikamente, Fracking

15 Prozent sagen, dass sich ihre Beurteilung der aktuellen Wasserqualität durch Medienberichte der letzten sechs Monate verändert habe – und zwar verschlechtert für 24 Prozent von ihnen, verbessert für 35 Prozent. 26 Prozent sind verunsichert durch die Medien. Die drei meistgenannten Gründe für eine Verschlechterung sind Nitrat/Gülle/Landwirtschaft, Medikamentenrückstände und Fracking. Eine bessere Beurteilung des Trinkwassers entstand durch Medienberichte über Vergleiche von Leitungswasser mit Mineralwasser und allgemein durch positive Berichte der Lokalpresse. Das größte Vertrauen in die Wasserqualität fand sich in Bayern und Hamburg (89 Prozent „gut“ oder „sehr gut“), das geringste in Mecklenburg-Vorpommern (77 Prozent „gut“ oder „sehr gut“).

Zukunftssorgen

Der Blick in die Zukunft fällt deutlich skeptischer aus: 46 Prozent äußern Befürchtungen, dass sich ihr Trinkwasser oder die Versorgung mit Trinkwasser künftig verschlechtern könnte. 43 Prozent sehen diese Gefahr nicht. Wodurch könnte diese Verschlechterung eintreten? Hier nennen 72 Prozent landwirtschaftliche Einträge wie Nitrat und Antibiotika, 67 Prozent den Klimawandel und jeweils 53 Prozent Arzneimittelrückstände und Einträge aus der Industrie.

Unbekannter Preis

Den Service ihres Wasserversorgers finden 74 Prozent „gut“ oder „sehr gut“, das Preis-Leistung-Verhältnis 45 Prozent. Wie schon in früheren Umfragen kennen viele den Preis für ihr Trinkwasser nicht (35 Prozent) oder schätzen ihn zu hoch ein. Während der bundesweite Durchschnitt bei rund 1,70 Euro pro Kubikmeter liegt, schätzt jeder Fünfte, dass er zwischen drei und zehn Euro pro 1000 Liter zahlt.

Die Studie „Qualität und Image von Trinkwasser in Deutschland“ kann hier bei den Berliner Wasserbetrieben (BWB) heruntergeladen werden.

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