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Bald ein weltberühmter Touristenmagnet? Das Augsburger Wasserwerk am Hochablass

Augsburg will in die Champions League

Augsburg möchte mit seiner historischen Wasserwirtschaft in die Liste der Unesco-Welterbestätten aufgenommen werden. Die Bewerbungsfrist endet im August 2017. Doch es gibt auch Kritik.

Ein Betreuer der Bewerbung auf Seiten der Stadt wird mit dem Satz zitiert: „Wenn man das Unesco-Weltkulturlabel hat, dann ist man in der Champions League des Tourismus angelangt.“ Das ist zweifellos nicht falsch. Und offenbar hat Augsburg auch reelle Chancen, denn im Bereich der historischen Wasserwirtschaft sind die Welterbestätten noch nicht so häufig. Außerdem, so sagen Experten, lege die Unesco heute Wert auf komplexe Themen, weniger auf Einzeldenkmale.

Augsburgs lange Wasser-Geschichte

Augsburg und das Wasser verbindet eine lange und einmalige Geschichte. Die Flüsse Lech und Wertach spielen seit den Römern eine wichtige Rolle. Zahlreiche Zeitzeugen sind erhalten geblieben: das Wasserwerk am Hochablass, die Prachtbrunnen und Wassertürme in der Innenstadt oder die Kanäle im Pechviertel etwa. Schon fragt die Augsburger Allgemeine sich und ihre Leser in einer Bildunterschrift: „Werden diese Wassertürme weltberühmt?“ Doch noch ist die Antwort offen, der Ausgang des langen und aufwendigen Verfahrens, das schon seit 2011 läuft, unsicher.

Bedenkenträger contra Visionäre

In Kürze soll die ausgeschriebene Position des Gesamtkoordinators des städtischen Unesco-Büros besetzt werden. Er wird alle Hände voll zu tun haben – auch in der Auseinandersetzung mit Kritikern der Bewerbung. Die stört vor allem die finanzielle Unsicherheit. Von 1,2 Millionen Euro allein bis 2018 ist in ihren Szenarien die Rede, von baulichen Anlagen „jenseits der Zehn-Millionen-Grenze“. Befürworter der Bewerbung halten ihnen die zahlreichen Fördermöglichkeiten entgegen, die sich einer Welterbe-Stadt eröffnen – und natürlich die erwarteten Einnahmen aus dem Tourismus.

Entscheidung fällt 2019

Augsburg muss nun seine Bewerbung bis zum 1. August 2017 beim bayrischen Kultusministerium abgeben, das sie an die Kultusministerkonferenz weiterleitet. Zwischen August und Dezember 2017 wird der Antrag dann zur Vorprüfung über das Auswärtige Amt an das Unesco-Welterbezentrum in Paris gesendet. Im Februar 2018 muss die Bewerbung endgültig bei der Unesco vorliegen. Das Ergebnis stünde 2019 fest.

Wer sich selbst einen Eindruck von dem potenziellen Augsburger Welterbe verschaffen möchte, findet hier auf den Seiten der Regio Augsburg Tourismus GmbH reichlich Fotos.

Demnächst von Touristenscharen umlagert? Die Augsburger Wassertürme am Roten Tor
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