GWF Wasser Abwasser
Keine Angst vor Naturwissenschaft und Technik

Girls' Day: Potenziale nutzen

Am heutigen Girls’ Day geht es wieder darum, Schülerinnen für technische Berufe zu begeistern. Gerade für die Wasser- und Abwasserbranche birgt die noch geringe Frauenquote viel Potenzial.

„Zählen Sie mal die Frauen im Ingenieurbereich. Oder die Professorinnen im Bauingenieurwesen“, fordert Prof. Dr. Dörte Ziegler auf. Sie weiß, wovon sie spricht: Als Umweltingenieurin im Fachbereich Wasserressourcen- und Umweltmanagement an der Hochschule Koblenz gehört sie zu den „seltenen Exemplaren“ in ihrem Metier. Sie unterrichtet in dem erst jüngst eingerichteten Studiengang Wasser- und Infrastrukturmanagement mit den Schwerpunkten Wasserwirtschaft, Verkehrswesen und Infrastruktur.

Prof. Dr. Dörte Ziegler

Mädchen gezielt ermutigen

„Unsere Absicht ist es, gezielt mehr Frauen zu interessieren. Wir möchten Mädchen ermutigen, sich mehr zuzutrauen.“ Der Aufbau des Studiengangs in Koblenz wurde unterstützt durch eine Gastprofessur „Gender und Diversity im Ingenieurwesen“, gefördert durch das Land Rheinland-Pfalz. Die befristete Dozentenstelle hatte Prof. Dr. Susanne Ihsen inne, heute Professorin für Gender Studies in Ingenieurwissenschaften an der TU München. Eine politische und finanzielle Förderung gibt es also – auch in anderen Bundesländern –, die Hochschulen engagieren sich stark und auch die Unternehmen haben das Problem identifiziert. Dennoch: „Irgendwo zwischen Schule und Beruf gehen uns die Mädchen verloren“, beschreibt es Dörte Ziegler. Im Fachbereich Bauingenieurwesen an der Hochschule Koblenz liegt die Frauenquote bei 24 Prozent.

Die Gesellschaft prägen

Die Gründe dafür sind der Expertin nicht ganz klar. Denn es sei durchaus nicht so, dass Männer per se zum Ingenieur geboren sind. „Wenn ich hier bei manchen Männern sehe, wie schlecht die rechnen können ...“ Doch die Studenten stört’s nicht, so die Beobachtung ihrer Dozentin. „Die sagen sich einfach, ich mach’s trotzdem, ich ziehe das jetzt durch.“ Während Studentinnen, so ihre persönliche Beobachtung, dann eher dazu neigen, sich in andere Richtungen zu orientieren. Das mag auch mit dem Image des Ingenieurberufs zu tun haben. „Der ist aber keineswegs dröge und zahlenfixiert, im Gegenteil“, weiß Dörte Ziegler. „Gerade im Bereich der Wasserinfrastruktur hat man die Chance, die Gesellschaft nachhaltig zu prägen, das Landschaftsbild zu gestalten.“ Zudem sei der Beruf sehr kommunikativ. „Jeder Praktiker weiß, wie wichtig heute bei Infrastrukturprojekten die Kommunikation ist, die Vermittlung zwischen gegensätzlichen Standpunkten.“ Mit anderen Worten: "Gerade diese Eigenschaften, die Frauen und Mädchen häufig im Beruf wichtig sind, haben auch für Ingenieure, speziell in der Wasserbranche, eine große Bedeutung."

Chancen für die Branche

Hier sieht Dörte Ziegler Chancen für die Nachwuchswerbung der Wasserbranche. „Die Unternehmen sind da ja schon sehr engagiert; ich nehme sie als sehr kreativ wahr. Wenn es jetzt gelingt, den Fokus noch mal etwas mehr auf Mädchen und Frauen zu lenken, dann verdoppelt sich quasi mit einem Schlag das Arbeitskräftepotenzial. Eine Riesenchance für beide Seiten.“

Hier finden Sie das Profil von Prof. Dr.-Ing. Dörte Ziegler. Der Studiengang Wasser- und Infrastrukturmanagement stellt sich hier vor, unter anderem mit einem Imagevideo. Hier gibt es Infos zum Girls’ Day für Unternehmen.

Ein Ziel des Girls' Day: Faszination wecken
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