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Hier beginnt die Reise: der Rheinfall von Schaffhausen

30 Jahre nach der Sandoz-Katastrophe

Anlässlich des 30. Jahrestags der Sandoz-Katastrophe fordert NRW-Umweltminister Johannes Remmel: „Wir müssen den Rhein als Trinkwasserspender und Lebensader weiterhin schützen.“

Der Unfall in dem Schweizer Chemie-Unternehmen im Jahr 1986 war aufgrund seiner verheerenden Folgen für Umwelt und Natur, die sich bis nach NRW und den Niederlanden auswirkten, ein Weckruf für die Rheinanliegerstaaten. Nach dem Großbrand einer Lagerhalle waren mit dem Löschwasser mehr als 20 Tonnen Giftstoffe in den Fluss gelangt. Auf 400 Kilometer Länge – von Basel bis zur Loreley – wurden große Teile des Fischbestands ausgelöscht, besonders Aale waren betroffen. Die Trinkwasserentnahme aus dem Rhein wurde eingestellt.

BASF-Brand

Wenige Tage nach dem Jahrestag kam es bei BASF in Ludwigshafen zu einer Explosion und in der Folge zu einem Großbrand mit mindestens zwei Todesopfern. Allem Anschein nach ohne ähnlich verheerende Folgen für den Rhein: Das Unternehmen meldete in den folgenden Tagen, das Löschwasser werde in einer werkseigenen Kläranlage gesammelt. Sperren im Landeshafen Nord verhinderten, dass es in den Rhein fließt. „Die Messwerte sind unauffällig“, so BASF.

NRW-Umweltminister Johannes Remmel

Ziel noch nicht erreicht

In den vergangenen drei Jahrzehnten wurden zahlreiche Maßnahmen zum Schutz des Rheins getroffen und seine Wasserqualität deutlich verbessert. „Aber wir haben das Ziel noch nicht erreicht und müssen uns weiterhin zahlreichen Herausforderungen stellen“, sagte Minister Remmel. Der Klimawandel, Starkregen, Mikroverunreinigungen durch Arzneimittel, Hormone und Pflanzenschutzmittel oder die Gewässerbelastung durch Einträge von Mikroplastik erfordern auch in Zukunft abgestimmte Maßnahmen zur Verbesserung der Gewässergüte, bei der Ökologie des Rheins und beim Hochwasserschutz.

Trinkwasser für 30 Millionen

Minister Remmel: „Der Rhein ist als Trinkwasserspender und Lebensader so wichtig, dass wir unsere Anstrengungen im Gewässerschutz fortsetzen müssen und werden. Der Brand bei der Firma Sandoz vor 30 Jahren hat viele Menschen wachgerüttelt. Die damalige Art der Gewässerbenutzungen und vor allem der Gewässerverschmutzungen konnte so nicht weitergehen. Immerhin leben im Rheineinzugsgebiet fast 60 Millionen Menschen, 36 Millionen allein in Deutschland und davon etwa 13 Millionen in Nordrhein-Westfalen. Viele Bereiche sind stark industrialisiert, gleichzeitig liefert der Rhein Trinkwasser für etwa 30 Millionen Menschen."

Anforderungen verschärft

In der Folge des Unfalls bei Sandoz haben die betroffenen Länder und Staaten die Anforderungen an den Gewässerschutz deutlich erhöht und ihre Anstrengungen zum Schutz des Rheins, der Trinkwasserversorgung und des Ökosystems deutlich gesteigert. Maßnahmen zur Lagerung gefährlicher Stoffe, zur Löschwasserrückhaltung und nicht zuletzt zu Warn- und Alarmeinrichtungen wurden getroffen. Gesetzliche Anforderungen, zum Beispiel für Gewässereinleitungen, wurden verschärft, Kläranlagen für die Einwohner und die Industrie errichtet. „Heute sind 96 Prozent der Einwohner am Rhein an öffentliche Kläranlagen angeschlossen und Industriekläranlagen an den Stand der Technik angepasst“, sagte Minister Remmel.

Maifisch und Lachs kehren zurück

Die Überwachung der Wasserqualität im Rheingebiet wird an 56 Messstellen kontrolliert, davon 39 in Deutschland und alleine neun in NRW. Mit dieser Überwachung wird sichergestellt, dass im Falle von Schadensereignissen die Wasserversorger alarmiert werden und so in der Lage sind, schnell zu reagieren. Die Wasserqualität des Rheins und vieler seiner Nebengewässer hat sich in den vergangenen 30 Jahren aufgrund dieser zahlreichen national und international abgestimmten Maßnahmen deutlich verbessert. Die Belastung mit Schwermetallen und anderen Schadstoffen im Rhein hat deutlich abgenommen. Der Sauerstoffgehalt des Rheinwassers und die Artenzahl der Kleintiere am Rheinboden sind wieder angestiegen. Davon profitieren auch die großen Tiere wie der Maifisch oder der Lachs, die langsam wieder in das Rheineinzugsgebiet zurückkehren.

Mehr Informationen zum Thema gibt es bei der Internationalen Kommission zum Schutz des Rheins und der Flussgebietsgemeinschaft Rhein.

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